„Wozu ist die Kirche da?“ Seminartag mit Dr. Johannes Hartl

Mit Lobpreis und fünf Schritten zur Sprachfähigkeit der Kirche

Am 20. Juli lud die Kirchengemeinde St. Franziskus zur Großveranstaltung „Wozu ist die Kirche da?“ mit Dr. Johannes Hartl nach Lauffen ein. Über 450 Besucher kamen, um Antworten auf diese Frage zu bekommen.
Johannes Hartl ist studierter katholischer Theologe, der das Gebetshaus in Augsburg ins Leben gerufen hat und leitet. Er schaffte es auf seinen MEHR-Konferenzen Hallen mit 11.000 Menschen zu füllen. Demnach erzeugte er eine Erwartungshaltung beim Publikum. Und die, die ihn kannten, wussten was sie zu erwarten haben.
Seine Kernaussage wurde allen ziemlich schnell klar. In den Christen muss es brennen. „Nur wer die Schönheit Gottes selbst erkannt und erfahren hat, kann selber für sie brennen und andere damit entfachen."

Dazu gab es neben Lobpreisgesängen - begleitet durch Albert Frey und dem Team vom "Lobhaus" Ludwigsburg - verschiedene Anregungen der Umsetzung. Unter anderem stellte Johannes Hartl „5 Schritte“ vor, im Glauben sprachfähig zu werden. Bei diesem Modell, ging es ihm vor allem darum, seinen „inneren Garten“, wie er ihn nennt, zu pflegen, sich Zeit für Gott zu nehmen, und das am besten jeden Tag. Dabei räumte Johannes Hartl mit Ausreden auf wie: „Ich habe noch nie über Gott nachgedacht“, oder „Ich habe keine Zeit zum Beten“.
Weitere Schritte zu einem verkündigenden Christen seien „das Schwärmen zu lernen“. Alles stehe und falle mit der Frage „Wie ist mein Gott?“. Dazu empfiehlt Hartl, sich Gedanken über ein individuelles 60 sekündiges Glaubensstatement zu machen.
Zudem sei es wichtig keine Menschenscheu zu haben, nach dem Motto „Wenn ich das tue, was denken die Anderen?“. Oftmals denken die Anderen nichts, wenn sich jemand vor dem Essen oder in der Bahn bekreuzigt, sagt Hartl lachend.
Auch das Gebet in Gemeinschaft sei essenziell. Hat ein Christ in seiner Gemeinde keinen Erfolg mit seiner Idee, braucht er nicht aufzugeben und sich zurückzuziehen, er kann immer noch für sein Anliegen mit Gleichgesinnten beten. „Es ist wichtig, Gott zu suchen und ihn zu fragen, was nun an der Reihe ist.“ betont er.
Der fünfte und letzte Schritt besteht darin, ein Fest zu feiern. Auch Jesus liebte Feste, wie die Hochzeit zu Kana zeigt. Auch dadurch würden Gemeinden Ihre Freude am Glauben ausdrücken.

Sicherlich sprach der Referent nicht jeden Besucher in gleicherweise an. In jedem Fall versuchte Hartl Menschen von Gott und seiner guten Botschaft zu überzeugen, eben auf seine Art.

Die Eingangsfrage „Wozu ist die Kirche da?“ beantwortete Hartl vor allem mit der Größe und dadurch den Einfluss der Kirchen in der Gesellschaft und Politik. Dies sei nach seiner Auffassung wichtig. Der leitende Pfarrer in Lauffen und stellvertretender Dekan Pfarrer Donnerbauer betonte ebenfalls die Wichtigkeit des Wirkens in der Gesellschaft. Die frohe Botschaft, verkündet durch jeden Einzelnen, bräuchte die Welt heute genauso, wie schon vor 2.000 Jahren.