Verständis lernen

In einer Online-Veranstaltung gibt Jonatan Böhm einen persönlichen Einblick in seinen „Studienalltag mit Autismus“.
Manche Behinderung oder Beeinträchtigung ist von außen nicht gleich sichtbar. „Viele Menschen wissen mit Autismus nichts anzufangen. Sie denken höchstens vielleicht an den Film ,Rain Man‘“, sagt Jonatan Böhm. Seit einigen Jahren bringt er daher bei Tagungen und Veranstaltungen die Betroffenen-Perspektive in die Öffentlichkeit.  Bei einem Webinar am Dienstag, 26. Mai, wendet er sich insbesondere an Studierende und Lehrpersonal.

Böhm ist selbst Student und hat das Asperger-Syndrom. Der 26-Jährige macht seinen Bachelor in Verkehrsbetriebswirtschaft und Personenverkehr an der Hochschule Heilbronn. Dort engagiert er sich auch in der ökumenisch ausgerichteten „Kirche am Campus“. Aus einem Gespräch heraus entstand die Idee, seine Situation als Thema aufzugreifen.

In Kooperation mit dem Referat für Gleichstellung und Diversität der Hochschule entwickelte sich daraus zunächst ein ganzer Projekttag zum Thema Studieren mit Beeinträchtigung. Da aufgrund der Corona-Pandemie die Hochschulen nun aber geschlossen sind und Lehrveranstaltungen nur online abgehalten werden, muss auch der Projekttag in kleinerer Form ins Netz verlagert werden.

Beim Webinar „Studienalltag mit Autismus“ will Böhm mit einem Einblick in seine persönliche Situation für mehr Verständnis sorgen, damit Betroffene nicht ausgegrenzt werden. Ausgrenzung im studentischen Milieu passiere oft auf indirekte, subtile Weise, erklärt Böhm.

Wie sie Autisten unterstützen können, was zu beachten ist, erfahren die Teilnehmer ebenfalls. Dafür bringt Heike Vogel vom Netzwerk Autismus Oberpfalz als weitere Referentin ihre jahrelange Erfahrung aus der Tätigkeit in einer Beratungsstelle ein.

Das Webinar findet am Dienstag, 26. Mai, ab 15 Uhr statt. Teilnehmer können sich per E-Mail an barrierefreiheit@hs-heilbronn.de anmelden. Mit der Anmeldebestätigung bekommen sie dann den Zugang.

Der Projekttag wird vielleicht im kommenden Jahr nachgeholt, wie Hochschulseelsorgerin Cornelia Reus erklärt. Denn das Thema bleibe relevant.

Arkadius Guzy
Diözese Rottenburg-Stuttgart, 24. Mai 2020, www.drs.de