Film über Sankt Martin macht Furore

Schülerinnen und Schüler der Katholischen Fachschulen St. Martin spielen für Kinder das Leben des Heiligen nach. Das Video stößt auf großes Interesse.

Im vergangenen Jahr nahmen mehrere hundert Menschen am Martinsumzug in Neckarsulm teil. „Uns war es gleich klar, dass das in diesem Herbst nicht funktionieren wird“, sagt Dr. Thomas Ochs, Schulleiter der Katholischen Fachschulen St. Martin in Neckarsulm. Die Einrichtung ist als Kooperationspartner bei den Martinsveranstaltungen dabei. So entstand dort die Idee, die Martinsgeschichte diesmal auf andere Weise zu erzählen.

Martin teilt seinen Mantel mit dem Bettler. Die Szene wurde am Steintor hinter dem NSU-Museum gedreht. Foto: Katholische Fachschulen St. Martin

Ochs entwickelte zusammen mit Heike Pfitzenmaier ein Konzept für ein Video. „Dabei fanden wir es wichtig, die ganze Lebensgeschichte von Sankt Martin zu erzählen“, erklärt der Schulleiter. Denn häufig werde diese nur auf die Mantelteilung reduziert.

So zeigt der Film Martin auch als Kind. „Jeden Tag beobachtete Martin seinen Vater und die anderen Soldaten, wenn diese auf dem großen Platz ihre Paraden und Formationen einübten. Sein Vater wollte unbedingt, dass auch Martin einmal Soldat wird“, sagt Pfitzenmaier im Video. Sie begleitet als Erzählerin durch den knapp achtminütigen Film. Dieser zeigt nicht nur, wie Martin vom römischen Soldaten zum Bischof wurde, sondern spannt auch den Bogen zur heutigen Verehrung des Heiligen.

In den einzelnen Szenen treten Schülerinnen und Schüler einer Einstiegsklasse der Einrichtung auf. Die Dreharbeiten fanden zu Beginn des Schuljahres statt, bevor die verschärften Maskenpflichten eintraten, wie Ochs erklärt. Damit war der Dreh im Klassenverband möglich. In der Rolle von Martin als Kind ist der Sohn des Schulleiters zu sehen. Eine Sportreiterin übernahm den Part auf dem Pferd. Für den professionellen Dreh war eine Videoproduktionsfirma aus Dahenfeld zuständig.

Als Kulisse dienten dabei historisch geprägte Orte in Neckarsulm: So ist zum Beispiel die Stadtmauer mehrmals im Bild. Die Mantelteilung spielt sich am Steintor hinter dem NSU-Museum ab, und die Einsetzung von Martin als Bischof vor der Kirche St. Dionysius.

Nachdem sich mittlerweile herumgesprochen hat, dass es den Film gibt, ist das Interesse groß. „Ich hätte nicht damit gerechnet“, sagt Ochs. Er spricht von Kontakten auch zu anderen Diözesen – zum Beispiel nach Trier, wo der Heilige sich als Bischof mehrere Male aufhielt.

Daher soll der Film im kommenden Jahr sogar noch erweitert werden. Es sollen ergänzend Szenen gedreht werden, die vom Wirken von Sankt Martin als Bischof erzählen. „Martin hat als Bischof Streit geschlichtet. Das wissen viele Leute gar nicht“, sagt Ochs.

Arkadius Guzy
Diözese Rottenburg-Stuttgart, 3. November 2020, www.drs.de