Matthäus Karrer in Rottenburg zum Bischof geweiht

Guter Hirte mit Gottes Geist und Hilfe

17-05_wb-karrer_foto-faiss_zuschnitt_freiDurch Handauflegung und Gebet hat Domkapitular Matthäus Karrer am Sonntagnachmittag (28. Mai) die Bischofsweihe im Rottenburger Dom St. Martin empfangen. Im Auftrag von Papst Franziskus vollzogen Diözesanbischof Gebhard Fürst, der Freiburger Erzbischof Stephan Burger und der Mainzer Weihbischof Udo Bentz die Weihe. Den Pontifikalgottesdienst feierten im Dom sowie in der Nachbargemeinde St. Moriz rund 800 Menschen. Matthäus Karrer ist einer von zwei Weihbischöfen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Im Mittelpunkt der Predigt von Bischof Gebhard Fürst stand das Wirken im Geiste Gottes. Das Bischofsamt müsse erfüllt sein vom lebensspendenden Gottesgeist, sagte der Rottenburger Bischof. Er wies dabei auf den nur bei einer Bischofsweihe vollzogenen Ritus hin, bei dem das Evangeliar geöffnet über das Haupt des neuen Bischofs gehalten wird. „Jeder Bischof ist Bischof unter dem Wort Gottes“, sagte er. Dieses Wort Gottes, den Geist Jesu Christi, möge er sich zu eigen machen. Nicht nur in seiner Lebenspraxis, sondern auch in seinem Verantwortungshandeln für das Ganze der Kirche, so Bischof Gebhard Fürst. Wo der Geist Jesu Christinnen und Christen leite, da entstehe Kirche. „Der Gottesgeist, der aus Jesus spricht, ist der Geist der Gewaltlosigkeit und des Friedens“, betonte Bischof Fürst. Die Terroranschläge in England und Ägypten zeigten erneut auf dramatische Weise was passiere, wenn die Orientierung am Heilvollen und Friedvollen verloren gehe.

Dem neuen Weihbischof wünschte Bischof Fürst mit Gottes Hilfe ein guter Hirte zu sein, der bereit sei, sich ganz dem Geist Jesu und dem Wort Gottes zu unterstellen. Er bat um den Segen Gottes für Matthäus Karrer und darum, dass Gottes Geist ihn erfülle und durchdringe.

Matthäus Karrer wurde am 2. März von Papst Franziskus zum neuen Weihbischof für die Diözese Rottenburg-Stuttgart ernannt. Er löst Johannes Kreidler (70) ab, der seit 1991 Weihbischof war. Die letzte Ernennung eines Weihbischofs für die Diözese Rottenburg-Stuttgart liegt 20 Jahre zurück. 1997 wurde Thomas Maria Renz vom damaligen Bischof Walter Kasper geweiht.

Der Wahlspruch des neuen Weihbischofs ist dem 1. Petrusbrief entnommen: „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt.“ (1.Petr. 3,15)

Matthäus Karrer leitet seit 2011 die Hauptabteilung Pastorale Konzeption, was er auch als Weihbischof tun wird. Unter seiner Leitung wurde die Entwicklung der Seelsorgeeinheiten vorangetrieben und der Prozess „Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten gestalten“ initiiert und begleitet. Mit diesem Erneuerungsprozess soll die Pastoral in der Diözese auf eine zukunftsfähige Basis gestellt werden.

Karrer wurde in Ravensburg geboren und wuchs in Wangen-Deuchelried auf. Theologie studierte er in Tübingen und München und schloss mit einer Diplomarbeit über „Ehe und Familie als Hauskirche“ ab. Zum Priester geweiht wurde er 1995 in Neuhausen/Filder. Es folgten Vikarsjahre in Herrenberg und Ulm-Söflingen. Von 1999 bis 2002 war Karrer Jugendpfarrer für den Dekanatsverband Ravensburg und das Dekanat Friedrichshafen. Danach wurde er Pfarrer der Seelsorgeeinheit Isny/Allgäu und 2008 zum Dekan des neu gebildeten Dekanats Allgäu-Oberschwaben gewählt.