Kirche mischt sich ein

Weihbischof  Dr. Reinhard Hauke aus Erfurt besuchte am vergangenen Sonntag, den 4. November, die katholische Gemeinde St. Peter und Paul in Heilbronn. Mit den Worten, dass wir Christen von heute Zeugen der Liebe Gottes sind, führte Pfarrer Rossnagel die Gemeinde in den Gottesdienst ein.

Was willst du werden? Ist eine gewohnte Frage, die man jungen Menschen stellt. Doch die Frage: wie willst du werden? fragt kaum einer. Im Evangelium (Mk 12, 28-34) ging es um die innere Entwicklung, wenn es dort heißt: „Welches ist das höchste Gebot von allen?“ Also was soll ich tun um das Reich Gottes zu erlangen? „Gott zu lieben, wie sich selbst ist das Ziel, und das was der Gesellschaft guttut“, so Weihbischof Hauke in seiner Predigt. Bei der Frage ob Jugendweihe oder nicht, musste man früher Farbe bekennen. Und ein Nein, aus christlicher Überzeugung, bedeutete zu DDR Zeiten erhebliche Nachteile bei den Kommunisten.  Entscheidend für ihn ist, sich selbst entschieden zu haben Freude zu empfinden Christus zu folgen.

Weihbischof Hauke ist es klar, dass die Werbung für Christus Nachfolge derzeit schwierig ist. Es erfordert viel Aufarbeitung, ein Schuldbekenntnis und das Bitten um Verzeihung, um wieder Platz zu machen für einen Neuanfang. Das ist auch derzeit in der Politik zu beobachten. Die Botschaft des Ost-Bischofs jedoch war deutlich: „Gott hilft durch seine Liebe“!

Nach der feierlichen Messe mit musikalisch beeindruckenden Klängen des Deutschordensmünster Chors unter der Leitung von Michael Saum, ging es mit einem an die Predigt anknüpfenden Vortrag von Herrn Hauke weiter. Weihbischof Hauke berichtete von seinem Wirken im Bistum Erfurt. Die mitgebrachten Beispiele von der „Feier der Lebenswende“ mit 15 Jahren, als ein Alternativangebot zur Jugendweihe, für Nichtgetaufte, bis zum Segnungsgottesdienst und für Paare am Valentinstag, um den Kommerz nicht zu unterstützen, überzeugten. Dabei beeindruckte der Erfurter viele Teilnehmer unter anderem auch mit seiner offenen und verständlichen Art. „Wir müssen das Gefäß schaffen, in das der Heilig Geist was einfüllen kann. Menschen haben vergessen, dass sie Gott vergessen haben“, betonte Weihbischof Hauke, „alles andere liegt beim Heiligen Geist“! „Wir sollten die Menschen neugierig machen und überzeugen dass es sich lohnt in Kirchen rein zu gehen, dabei helfen keine Minipläne im Schaukasten“.

Aber was einladend? Attraktiv? Vielleicht ist es das Wagen von Neuem, mit dem Vertrauen in Gottes Wirken.

Ein ansprechender und inspirierender Vortrag, der die Besucher zum ins Gespräch kommen und nachdenken einlädt.