In St.-Johannes fing alles an – Scouts-Chor feiert Jubiläum

Es war die "Hoch-Zeit" der Kirchentage, die vor allem die jungen Menschen begeisterten und neues christliches Liedgut in die Gemeinden brachten. Vor 40 Jahren gründete sich in Neckarsulm der Scouts-Kirchenchor zunächst als Band. Es folgten rund 500 Auftritte bei Gottesdiensten, Konzerten, Hochzeiten oder Kirchentagen. Nun feierte der Chor mit rund 60 ehemaligen und aktiven Singenden, mit drei Gründungsmitgliedern und zwei Newcomern sein rundes Jubiläum.
„Das war schon ein Novum und damals auch nicht ganz einfach zu vermitteln im Kirchengemeinderat“, sagt der ehemalige Sankt-Johannes-Pfarrer Helmut Kappes. Plötzlich waren im Gotteshaus am Neckarsulmer Neuberg ganz neue Lieder zu hören und diese auch noch begleitet von Schlagzeug, Keyboard oder Saxophon.
Die Scouts wurden 1981 aus der früheren Pfadfinderband "The Scouts" und Jugendleitern der Kirchengemeinde Sankt Johannes in Neckarsulm gegründet. „Wir haben damals vor allem die Jugendgottesdienste mitgestaltet“, erinnert sich Scouts-Mitbegründer Markus Ehrenfried. Dass die neue christliche Musik überhaupt gespielt werden konnte sei aber Pfarrer Kappes zu verdanken, der sich damals für die junge Band stark machte, betont Ehrenfried.
Rund 60 ehemalige und aktive Sängerinnen und Sänger waren am Samstag gekommen, um nach einem ersten „Smalltalk“ gemeinsam entlang des Kreuzwegs auf den Scheuerberg zu wandern und dort Gottesdienst zu feiern. Gemeinschaft, Glauben und Musik, das sind die drei Elemente, die den Chor bis heute zusammengeschweißt hätten, erzählen einige Mitglieder auf dem Weg zum Bergkreuz.
Aber auch „Spaß, pfeifende Mikrofone, zu spät beginnende Proben und stundenlange Aufbauten bei den Auftritten“ verbindet den Chor, wenn sich die Mitglieder an die Anfangsjahre erinnern. „Es war schon ein besonderer Spirit damals“, sagt der Gitarrist, Trompeter und Scouts-Mitbegründer Bernhard Hofmann.
„Eigentlich hatten wir fürs Jubiläum ein großes Konzert mit dem Jugendsinfonieorchester in der Ballei geplant“, sagt Chorsprecherin Simone Selbmann, die seit 1990 bei den Scouts dabei ist. Dann kam Corona und machte die Planungen zunichte, beim samstäglichen Fest aber war allen trotzdem die Freude am Wiedersehen anzumerken, ob beim Zwischenvesper beim Abstieg nach dem Gottesdienst oder dem musikalischen Fest zum Abschluss beim Weingut Berthold.
„Ins Wasser fällt ein Stein“, „Wo Menschen sich vergessen“ oder auch das 15-versige „Danke“-Lied, am Abend werden nochmals alle Lieder aus der damaligen Zeit gesungen. Am 1. August wird der Chor dann auch wieder bei einem ökumenischen Gottesdienst im Rahmen des Neckarsulmer Kultursommer zu sehen und zu hören sein, sagt Chorsprecher Claus Selbmann, der seit 1996 dabei ist.
„Dass es den Scouts-Chor 40 Jahre lang geben wird, hätte ich am Anfang auch nicht gedacht“, sagt ein stolzer Markus Ehrenfried. Aktuell, so Sprecher Claus Selbmann, hat der Chor um seine junge Dirigentin Elise Gäng (22) knapp 40 Mitglieder. In der Corona-Zeit, als man keine Auftritte und nur Online miteinander proben konnte, waren immer zehn bis 15 bei den Proben dabei, so Selbmann. Sorgen um die Zukunft aber muss sich der Chor bislang nicht machen, zumal „Eigengewächse“ aus dem Sankt-Johannes-Kinderchor „Orgelpfeifen“ wie die 17-jährige Anna-Lena oder die 20-jährige Nele bereits bei den Scouts mitsingen.