Heilbronner Friedensweg: „Zeichen für Menschlichkeit und ein friedvolles Miteinander“

Der 4. Dezember, ein Tag an dem in Heilbronn der Zerstörung der Stadt und der im Bombenhagel gestorbenen Menschen gedacht wird.
Der Heilbronner Friedensweg ist für alle Heilbronner*innen von jung bis alt gedacht und wird seit 2015 durchgeführt. Das ökumenische Vorbereitungsteam bestehend aus der Evangelischen Kirche, der Katholischen Kirche und der Baptistengemeinde Heilbronn möchte unter dem Motto „Erleben – Erinnern – Bewegen“ an die Zerstörung der Stadt erinnern, das Gedenken erlebbar machen und zu einem friedlichen und mitmenschlichen Zusammenleben bewegen. Da coronabedingt keine Veranstaltungen stattfinden dürfen, entstand die Webseite „heilbronnerfriedensweg.com“.

Am 04.12.1944 flogen zwischen 19:18 Uhr und 19:40 Uhr 283 Flugzeuge über Heilbronn und es fielen tausende Bomben auf die Innenstadt Heilbronns. Sie entfachten einen Feuersturm, der alles niederbrannte. 6500 Menschen starben in dieser Nacht. Davon waren über 1000 Kinder unter zehn Jahre alt. Die gesamte Innenstadt wurde zerstört. Fundstücke aus dem Stadtarchiv, die diese schrecklichen Ereignisse dokumentieren, wie Schilderungen aus Augenzeugenberichten oder Informationen zum Klosterkeller als Todesfalle sollen die Besucher für das Thema Frieden heute sensibilisieren.

In der Rubrik „So erleben Heilbronner*innen Frieden“ werden Gedanken von Heilbronner*innen, unter anderem auch vom Jugendgemeinderat, präsentiert, die auf Sprechblasen bei den Organisatorinnen eingereicht wurden.

„Mit diesem Friedensweg setzen wir ein Zeichen für Menschlichkeit und ein friedvolles Miteinander. Frieden ist ein besonderes Gut und begegnet uns manchmal mehr und manchmal weniger im Leben. Egal ob in der Schule, im Beruf, in der Familie oder in der Freizeit. Über all die Jahre bis heute ins Jahr 2020 hat sich die Notwendigkeit von Frieden nie versteckt“, sagt Mitorganisatorin Jasmin Piontek, katholische Jugendreferentin.

Stefanie Kress, evangelische Jugendpfarrerin, fügt hinzu: „Gerade für die jungen Menschen in unserer Stadt möchten wir die Geschehnisse und Informationen von damals im Heute erlebbar machen.  Dazu gehört auch, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Menschen weltweit bis heute Ähnliches erleben müssen.  Deshalb sind uns Einsatz und Verantwortung für ein friedliches Zusammenleben in unserer Stadt ein wichtiges Anliegen.“

Die Besucher erwarten verschiedene kreative Stationen. Hinter der Station „Was Schüler*innen zu sagen haben“ finden sich Beiträge aus dem Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium und der Dammrealschule. Im Geschichtskurs des Elly-Heuss-Knapp-Gymnasiums sind „Denkzettel“ entstanden, die sich mit der Inschrift in der Ehrenhalle auseinandersetzen. Die Dammrealschule bringt Wünsche ihrer Schülerinnen für eine lebenswerte Zukunft in den Friedensweg ein.

„Schützen wir das Gut, friedlich zusammenzuleben. Wir setzen uns dafür ein, die Geschichte nicht zu vergessen, sie an junge Generationen weiterzutragen und gemeinsam daran zu arbeiten, den Frieden in unserer Stadt mitzugestalten“, sagt Lioba Diepgen von der Fachstelle Schulpastoral.

Die Aktion ruft auf, Teil des Friedens-Zeichens zu werden: „Für unsere Welt, unsere Stadt, unsere Mitmenschen, zwischen den Religionen und für jede*n selbst“, sagt Diepgen weiter.

Seinen Abschluss findet der digitale Gedenkweg in einem Friedensgebet, in dem für die aktuelle Lage der Welt gebetet wird.