Gemeinsam stark für Kinder

Die Caritas Heilbronn-Hohenlohe gründet eine Kinderstiftung für die Region Heilbronn-Franken
Der Gründungstermin war kein Zufall. Am 20. November ist der Tag der UN-Kinderrechtskonvention, die vor 30 Jahren ausgerufen wurde. Ein passendes Datum für die Gründung einer Kinderstiftung. Die Caritas Heilbronn-Hohenlohe gab an diesem Tag den Startschuss für ihre neue Stiftung CAMIAN.
„Die Caritas will damit ein klares Zeichen gegen Kinderarmut in der Region Heilbronn-Franken setzen“, betonte Caritas-Regionalleiter Stefan Schneider bei der Gründungsveranstaltung. „Das Besondere an dieser Stiftung ist auch, dass sich ihr Wirkungsbereich auf die ganze Region Heilbronn-Franken erstreckt.“ Die Kinderstiftung fördert Angebote für Kinder und Jugendliche in schwierigen und in besonderen Lebenslagen und hilft dabei, Ausgrenzung zu verhindern.

Jedes 5. Kind im reichen Bundesland Baden-Württemberg ist von Armut bedroht. Auch in der Caritasregion Heilbronn-Hohenlohe werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihrer sozialen Arbeit mit diesem Tatbestand konfrontiert. Armut heißt aber nicht nur, kein Geld zu haben. Kinderarmut bedeutet häufig: einen schlechteren Schulabschluss zu schaffen, weniger gesund aufzuwachsen, zu wenig Lern- und Spielraum zu haben sowie die eigenen Fähigkeiten nicht entwickeln zu können.

„In der Sozialarbeit haben wir viel mit erwachsenen Klienten zu tun“, erklärt Eleonore Reddemann, Fachleitung Soziale Hilfen der Caritas Heilbronn-Hohenlohe. „Wir merken dabei aber häufig, dass die Kinder schweigend daneben stehen und auch erheblich unter der Situation leiden.“

Und was bedeutet der ungewöhnliche Name? Kathrin Lehel, die Geschäftsführerin der Stiftung, liefert eine einfache Erklärung. „Die Herausforderungen, die wir mit der Stiftung angehen wollen, schaffen wir nicht alleine. Das gelingt nur mit engagierten Partnerinnen und Partnern. Und so ist auch der Name der Stiftung entstanden: CAMIAN - Caritas mit anderen.“

Bereits bei der Gründungsveranstaltung in einer besonderen Location, der Küchenwerkstatt von Herrn von Ribbeck in Heilbronn, konnten die Gäste einen Eindruck bekommen, wer diese „anderen“, die engagierten Kooperationspartner und Unterstützer der Stiftung sind. Auch Dr. Erhard Klotz, der frühere Geschäftsführer der Dieter-Schwarz-Stiftung erklärte sich bereit, seine Expertise aus der Stiftungsarbeit und der Politik bei Bedarf zur Verfügung zu stellen. „Es ist richtig, dass diese Stiftung regional aufgestellt ist“, betonte er. Eine wichtige Rolle spielt das Kuratorium. Mit insgesamt neun Kuratoriumsmitgliedern aus der ganzen Region Heilbronn-Franken startet die Stiftung ihre Arbeit. Das Kuratorium repräsentiert die Vielfalt der Themenfelder und Bereiche in denen die Kinderstiftung aktiv werden will. Mitglieder sind Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen Gesundheit, Bildung, Wirtschaft, Kirchen sowie dem öffentlichen Sektor.

Ingo Kuhbach, Dekan im Katholischen Dekanat Hohenlohe, erklärt: „Als Pfarrer in Mulfingen bin ich automatisch auch der Vorstand der Förderstiftung St. Josefspflege Mulfingen. Deshalb war es für mich keine Frage, ob ich bei der Kinderstiftung für die Region Heilbronn-Franken mitmache, weil ich weiß, trotz allem Wohlstand, der zum Glück in unseren Breiten durchaus vorhanden ist, es auch das Gegenteil davon gibt und das erschwert Kindern den Start in eine gute oder bessere Zukunft. Dass dem entgegengesteuert werden kann, wenigstens ein Stück weit, das erhoffe ich mir von dieser neuen Stiftung. Dabei mitzudenken, ist sinnvoll und gut.“

Auch Christine Marschall, evangelische Pfarrerin an der Nikolaikirche in Heilbronn, hat spontan ihre Bereitschaft zur Mitarbeit im Kuratorium zugesagt. „Ich möchte mich gerne im Kuratorium der Kinderstiftung einbringen, weil Kinder ein Recht darauf haben sollten, eine unbeschwerte Kindheit zu erleben,“ sagt sie. „Seit ich 2005 in einem Kinderheim in Chile gelebt und gearbeitet habe, sehe ich auch in Deutschland von Armut betroffene Kinder. Das schlimmste ist dabei nicht, dass diese Kinder weniger Geld zur Verfügung haben, sondern häufig leben sie in schwierigen sozialen Verhältnissen. In meinem beruflichen Umfeld erlebe ich Kinder, die auf ihre kleineren Geschwister aufpassen, die aufgrund ihrer Armut ein sehr niedriges Selbstbewusstsein haben, die von ihren Eltern vernachlässigt werden. Ich bin froh, dass mit CAMIAN eine Stiftung entsteht, die die verschiedenen Themen angeht, die mit Kinderarmut einhergehen.“

Die Kinderstiftung CAMIAN ist als Treuhandstiftung unter dem Dach von Lebenswerk Zukunft, der CaritasStiftung in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, gegründet worden. Michael Buck, Vorstand, Lebenswerk Zukunft CaritasStiftung in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, erklärte die Vorteile dieses formalen Rahmens. „Eine Treuhandstiftung in dieser Form kann man auch mit relativ wenig Startkapital gründen. Angesichts der Situation am Kapitalmarkt stehen ja aktuell keine nennenswerten Zinseinnahmen zur Verfügung. Durch Spenden wird die Arbeit der Stiftung dann finanziert. Sie ist auch ein Kooperationsrahmen für verschiedene Akteure. Die Projektarbeit steht im Mittelpunkt.“ Die Spendenakquise wird daher vom Start weg ein großes Thema der neuen Kinderstiftung sein. Für die Begleitung der  inhaltlichen Arbeit und innovative Ideen steht das Kuratorium bereit. Am Abend der Gründung haben alle ihre Unterschrift unter die Gründungspapiere gesetzt, die Angelika Hipp, Geschäftsführerin, Lebenswerk Zukunft CaritasStiftung in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, mitgebracht hatte. Im neuen Jahr kann die Stiftung jetzt richtig durchstarten.

Kuratorium

Das Kuratorium der Stiftung besteht aus neun Personen. Die Mitglieder sind:
Markus Fischer (Fachberater Schulentwicklung), Christianne Klotz-Kantenwein (langjährige Gemeinderätin in Neckarsulm und bis vor kurzem Kuratoriumsmitglied der Stiftung Starke Familien), Ingo Kuhbach (Dekan des Katholischen Dekanats Hohenlohe), Elisabeth Krug (Dezernentin für Jugend, Soziales und Gesundheit im Landratsamt Main-Tauber-Kreis), Michaela Lierheimer (Geschäftsführerin der AOK Bezirksdirektion Heilbronn-Franken), Christine Marschall (evangelische Pfarrerin an der Nikolaikirche in Heilbronn), Christel Noller (Geschäftsführerin des Familienunternehmens Fertighaus WEISS, Oberrot), Thomas Pantle (Geschäftsführender Gesellschafter der TD Designagentur), Eleonore Reddemann (Fachleitung Soziale Hilfen, Caritas Heilbronn-Hohenlohe)

Informationen und Kontakt
 
Kathrin Lehel
Geschäftsführerin der Kinderstiftung
Caritas Heilbronn-Hohenlohe
Bahnhofstrasse 13
74072 Heilbronn
Telefon 07131 89809 231
E-Mail: lehel.k@caritas-heilbronn-hohenlohe.de
www.kinderstiftung-camian.de

Spendenkonto

Bank für Sozialwirtschaft
BLZ 601 205 00
Konto 1 791 111
IBAN: DE 6060 1205 0000 0179 1111
BIC: BFSWDE33STG

Auf dem Foto von links: Pfarrerin Christine Marschall, Michael Buck, Markus Fischer, Stefan Schneider, Thomas Pantle, Kathrin Lehel, Dr. Erhard Klotz, Eleonore Reddemann, Pfarrer Ingo Kuhbach, Angelika Hipp, Michaela Lierheimer, Christianne Klotz-Kantenwein