Farbe bekennen für Demokratie

Politisch statt populistisch – Katholische Argumentationshilfe für politische Diskussionen
Stuttgart, 12. September 2017. Hilfestellungen für politische Diskussionen rund um die Bundestagswahl und Denkanstöße zur Demokratie hat der Diözesanrat Rottenburg-Stuttgart jetzt auf der Internetseite „Farbe bekennen für Demokratie“ veröffentlicht.

Diözesanrat und Hauptabteilung „Kirche und Gesellschaft“ verstehen ihr neues Online-Angebot als „Service für alle Bürger“, so Diözesanratssprecher Johannes Warmbrunn. „Ausgangspunkt unserer Initiative war die Frage der gewählten Katholikenvertreter im Diözesanrat, wie man politische Diskussionen so führen kann, dass sie nicht in populistischen Sackgassen enden. Viele Menschen lassen sich durch plakative Ansagen, dramatische Thesen oder abwertende Bemerkungen allzu schnell überrumpeln. Wir wünschen uns, dass sie durch unser Online-Angebot in ihren gemäßigten Ansichten bestärkt werden und sich trotzdem Gehör verschaffen können. Christen sollen generell die Prinzipien der Menschenwürde und der Verantwortung für den Nächsten in Diskussionen einbringen, und zwar inhaltlich ebenso wie in ihrer Art zu diskutieren“, sagt Warmbrunn.

Neben Tipps des Stuttgarter Stadtdekans Christian Hermes, wie man populistische Diskussionstaktiken erkennen und parieren kann, erklärt unter anderem ein Beitrag des Leiters der diözesanen Hauptabteilung „Kirche und Gesellschaft“, Ordinariatsrat Joachim Drumm, was Populismus in heutiger Zeit so attraktiv macht. Außerdem hilft das Portal, politische Veranstaltungen zu planen, etwa mit einem Konzept für einen „Gesprächsabend für besorgte Bürger“ und mit Hinweisen, wie man eine Diskussion mit Politikern vorbereiten kann. Antworten gibt es auch auf die Frage, woran man sich als Christ in Zeitfragen orientieren kann. Ergänzt wird der Internetauftritt „Farbe bekennen für Demokratie“ durch zwei gedruckte Produkte. Eine Broschüre „Politisch streiten“ enthält zentrale Beiträge der Internetseite, und ein achtteiliges Spielkarten-Set „Gewissensfragen“ regt an, die eigenen Möglichkeiten wahrzunehmen, um die Gesellschaft mitzugestalten. Wer will, dass im Bus deutsch gesprochen wird, sollte sich beispielsweise fragen, ob er selbst mit Ausländern redet. Oder wer unabhängigen Journalismus will, kann einen Anfang machen, indem er eine Zeitung oder einen journalistischen Onlinedienst kostenpflichtig abonniert. „Diese simplen Beispiele trainieren die Haltung, nicht über die große Politik zu jammern, sondern als anständige Menschen und aktive Bürger zusammenzuleben. Davon lebt die Demokratie“, meint die Referentin für Öffentlichkeitsarbeit des Diözesanrats, Cäcilia Branz.

Die Homepage farbe-bekennen-fuer-demokratie.info hatte die diözesane Hauptabteilung „Kirche und Gesellschaft“ zum diesjährigen Tag des Grundgesetzes (23. Mai) eingerichtet. Jetzt wird sie gemeinsam mit dem Diözesanrat mit Themen zu Demokratie und Politik weitergeführt.