Erstmals Weißer Sonntag nach Corona im Juli

Ihre lang ersehnte Erstkommunion haben Kinder der katholischen Kirchengemeinde St. Peter und Paul am Sonntag auf dem Gaffenberg gefeiert.
Normalerweise hätte die Erstkommunion am Weißen Sonntag, dem Sonntag nach Ostern, stattgefunden. Doch dieses Jahr war alles anders. Coronabedingt musste der Termin auf den Juli verschoben werden.
Unter Einhaltung der Abstands- und Hygienemaßnahmen war die Feier im Freien möglich. Mit genügend Abstand fanden alle Familien auf dem großen Gelände auf ihren ausgewiesenen Plätzen Platz.

Wochen vorher hatten sich die Kinder, bis Corona kam, in Gruppenstunden auf den großen Tag vorbereitet. „Wir haben viel über Jesus, seine Geschichten und den Ablauf der Messe gelernt“, erzählt der neunjährige Noah.

In der Vorbereitung bis Mitte März beschäftigten sie sich vor allem mit der Frage, wo und wie Jesus zu ihnen spricht, sagt Hildegard Goes, Leiterin des Vorbereitungsteams. „Gott spricht zu mir durch die Geschichten in der Bibel“, berichtete David in seiner Vorbereitung. Lena dagegen spürt Jesus, wenn es ihr mal nicht gut geht, er gibt ihr Mut oder Zuversicht. Für Julia kommt ihr Jesus im Abendgebet ganz nahe.

Dieses Hören auf Jesus wurde auch zum Zentrum der diesjährigen Erstkommunion. „Jesus spricht zu uns. Er ist da, er offenbart sich in dem kleinen Stück Brot“, predigte Pfarrer Roland Rossnagel. Beim Leben mit Christus käme es vor allem auch auf die Eltern an, die wie ein Gleichnis ihren Kindern den Glauben vorleben, die es in den Arm oder auf den Schoß nehmen, so Rossnagel weiter. Glaubenszeugen aus der Klinikseelsorge und aus der Schule berichteten ebenfalls von ihrem Hören auf Gott: Es bräuchte Zuwendung, Vertrauen und Emotionen.

Im Vertrauen auf Christus bekräftigten die Mädchen und Jungen im Alter von acht und neun Jahren ihren Glauben und empfingen zum ersten Mal die Heilige Kommunion.

„Besonders hat mich der Moment berührt, als die Paten den Kindern das brennende Licht übergaben und hinter den Kindern stehend so liebevoll die Flamme behüteten. Übersetzt: Wir sorgen dafür, dass das Licht des Glaubens in dir nicht ausgehen möge“, sagte Goes nach dem Fest.

Durch Corona war zwar alles anders, doch „durch Corona gab es dankenswerter Weise auch zum ersten Mal eine Elternband an einer Erstkommunion in St. Peter und Paul“, sagt Rossnagel am Ende des Festgottesdienstes mit beiden Daumen nach oben.

Als Erinnerung an ihre Heilige Kommunion werden die Kinder beim morgigen Danksagungsgottesdienst ein ganz besonderes Geschenk bekommen. In der Coronapause, in der die Gruppenstunden ausfallen mussten, hatten die Kinder die Aufgabe bekommen, ihre Lieblingsbibelgeschichte in eigenen Worten nachzuerzählen und aufzuschreiben. Daraus entstand eine kleine Bibel, die sie künftig an die Erstkommunion und diesen einmaligen Tag erinnern soll.

Luise Schadt