Erster Tag der Räte 2021 als Präsenzveranstaltung

Endlich war es soweit: Nach langer Coronapause fand am 17. Juli der erste “Tag der Räte“ in der Seelsorgeeinheit 07a Heilbronn-Böckingen statt. Dekanatsreferent Michael Dieterle führte die gewählten und berufenen Kirchenmitglieder in Themen wie Leitung, Partizipation, Rollen im Kirchengemeinderat oder die Kirchengemeindeordnung und das Kirchenrecht ein. Rund 25 Teilnehmende informierten sich an diesem Tag darüber, was sie künftig in ihrer kirchlichen Arbeit begleiten wird.

Was braucht es alles, um ein Amt als Kirchengemeinderat verantwortlich ausführen zu können? Motivation, Stärke, Eigenverantwortung, Wissen und vor allem eine Vision. Anhand von ausgewählten Tierbildern etwa konnten die neugewählten Kirchengemeinderäte ausdrücken, was beispielsweise „Leitung“ für sie bedeutet: ein Löwe als Zeichen der Stärke, ein Esel für breite Schultern waren da unter anderem auf der Pinnwand zu sehen.

Gedanken mussten sich die Kirchenvertreter auch darüber machen zu Fragen wie „Von meiner Kirchengemeinde bin ich begeistert, weil…“ und „Für ein gutes Zusammenarbeiten braucht es vor allem…“ oder wie partizipative Leitung in einer Kirchengemeinde aussehen kann und soll. Und auch darüber, wie die eigene Rolle oder beispielsweise die des Pfarrers aussehen sollte.

Auf verschiedenen Tischen lagen Abschnitte aus der Kirchengemeindeordnung, bei dem die Teilnehmenden ein Schreibgespräch führten über das, was diese Sätze in Ihnen auslösen. So entstanden rasch Fragen, was eigentlich „Sammlung“ und „Sendung“ heutzutage bedeute. „Senden kann bedeuten, was kann ich rausgeben, während sammeln eher das aufnimmt, was von außen auf mich zu und zurück kommt“, sagte Siegbert Pappe, der als Pfarrer der Seelsorgeeinheit den Tag gemeinsam mit Dieterle vorbereitet hatte.

Beim Thema allgemeines Kirchenrecht wurde schnell klar, dass dieser Katalog für alle Katholiken in der Welt für viele noch ein relativ unbekanntes Buch mit sieben Siegeln ist. „Kirchenrecht ist ein dickes Buch, in dem alles drinsteht, was rechtlich verfasst werden muss“, betonte Dieterle.

Auch das Thema Kirchensteuer wurde diskutiert und dass Deutschland da ein eher gutes und abgesichertes Modell im Vergleich zu anderen Ländern habe, sagte Pappe. Als besonderes Schmankerl folgte zum Finale ein Rollenspiel: Als lebendige Litfaßsäule konnten die Teilnehmenden Einblicke in die Rolle des Anderen im Ratsgremium bekommen oder auch einfach mal entdecken, wie es sich in der Rolle eines Pfarrers oder Vorsitzenden anfühlt.

Wichtig war am Ende allen, dass der „Tag der Räte“ in Präsenz stattfinden konnte und die Mischung aus informativem und spielerischem Teil Lust auf mehr machte. „Ich könnte mir gut vorstellen, dass wir noch einen weiteren Tag miteinander durchführen können etwa zum Thema, wie wir das Gelernte konkret in die Gemeinde umsetzen können“, sagte ein Teilnehmer. Michael Dieterle versprach im Gegenzug, dass er selbst gerne mal wiederkomme, aber auch die Diözese Rottenburg-Stuttgart genügend geschultes Personal für solche Veranstaltungen habe.