Auftaktveranstaltung des Projekts GLEICH(:)WERT

Worte können Welten öffnen oder verschließen

Kübra Gümüsay „Eine Sprache auf Augenhöhe“:

Auf der Suche nach Verstehen und Verständigung unter den Menschen, begab sich Kübra Gümüsay vor einiger Zeit auf eine spannende Reise in die Architektur der Sprache. Auf ihrer Suche nahm sie viele Menschen bei der Veranstaltung „Eine Sprache auf Augenhöhe“ mit. Sie las und erzählte aus ihrem Buch „Sprache und Sein“ am 28.9.2021 im Heinrich-Fries-Haus:

Wir brauchen Worte, uns zu verständigen und zu verstehen. Zugleich können Worte und Sprache aber auch als Abgrenzung missbraucht werden. So, wie Sprache Türen öffnen kann, kann sie genauso Menschen in einen Käfig einsperren und sie zutiefst verletzen.
Es gilt, Sprache zu öffnen und reichhaltiger werden zu lassen, den Horizont zu weiten, neugierig zu bleiben, um dem Verstehen und der Verständigung der Menschen näher zu kommen. Was es dazu brauche, sei Demut, so Gümüsay; sich als Teil eines größeren Ganzen zu begreifen. Demut ermögliche Staunen und Fragen – ein Leben lang.

Das Gespräch mit ihr moderierte Norbert Hackmann, Leiter der Katholischen Erwachsenenbildung Heilbronn.

Zwischen Poesie und politischem Statement

Spannend, kurzweilig und vielseitig, zwischen Poesie und politischem Statement versteht es Kübra Gümüsay, uns für unsere Sprache zu sensibilisieren.
Auch die Sprache der Musik hat ihre ganz eigene Schwingung und Färbung. Das haben die Teilnehmenden erlebt durch die musikalische Gestaltung des Abends: mit Oboe und Harfe zauberten Maki Kalesse-Sugano und Frauke Adomeit eine besondere Atmosphäre.

Der Abend war die Auftaktveranstaltung des Projekts GLEICH(:)WERT im Dekanat Heilbronn-Neckarsulm.

GLEICH(:)WERT        Name ist herausforderndes Programm

Hansjörg Häuptle, stellv. Dekan des Dekanats Heilbronn-Neckarsulm, eröffnete die Veranstaltung mit den Worten: „Menschen erleben Ausgrenzung, das ist Fakt.“ Gemeinsam mit allen beteiligten Projektpartnern wünscht er sich eine Kirche, die Dialograum wird, Herausforderungen annimmt und sich in ihrem Denken und in ihrer Sprache neu sensibilisieren lässt, damit wir Verständnis entwickeln und ein anderes Miteinander und Verständigung in der Gesellschaft mitprägen.

Diesem Anliegen hat sich das Projekt GLEICH(:)WERT gewidmet. Der Name ist das „herausfordernde Programm“, so Häuptle. Der Projektgruppe gehören die Fachdienste Betriebsseelsorge, Katholische Erwachsenenbildung, Jugendreferat, Schulpastoral, Caritas Heilbronn-Hohenlohe und das Dekanat Heilbronn-Neckarsulm an.

„Das Eintreten gegen Rassismus ist eine demokratische Pflicht. Die Ablehnung von Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Identität oder Hautfarbe, das verachtende Sprechen bis hin zur gewaltsamen Aktionen ist menschenverachtend. Wir nehmen dies als Herausforderung und
Aufgabe, uns für die Würde des Menschen, Gleichberechtigung und eine gelingende Kommunikation miteinander auf Augenhöhe einzusetzen.“ - so die beteiligten Projektpartner.

Im Kern geht es um Haltung

Bürgermeister Martin Diepgen begrüßte die Initiative GLEICH(:)WERT, weil es ein Thema ist, das uns alle angeht. „Die Stadt Heilbronn wendet sich entschieden gegen jede Form der Diskriminierung“ und ermöglicht durch vielerlei Aktivitäten „Teilhabe für alle.“ Im Kern geht es immer um Haltung, aus der das Handeln dem jeweils anderen gegenüber entspringt: durch das Stiften von Einsichten, Grundlegen von Überzeugungen und Respekt voreinander.
In der heutigen Zeit gilt es, regional und weltweit, sich für die Bewahrung der Schöpfung und für die Würde des Menschen gleichermaßen einzusetzen.
Der Abend endete mit einem Ausblick auf kommende Aktionen im Dekanat unter dem Stichwort GLEICH(:)WERT. Aktionen im Dekanat

Hier finden Sie den Livestream der Veranstaltung auf Youtube https://youtu.be/Rpf7_RifNoA